Was ist der Unterschied zwischen Epoxidharz und Polyurethan (PU-Harz)? 

Epoxidharz – das vielseitige Giessharz

Epoxidharz ist im Trend. Was die Wenigsten wissen: Dieses Kunstharz gibt es bereits seit weit mehr als einem halben Jahrhundert. Bereits 1946 wurde mit der industriellen Produktion und Weiterentwicklung von Epoxidharz begonnen. 

Als wärmehärtendes Polymer, erhält das Epoxidharz durch die Reaktion zwischen zwei Monomeren, dem Härter und dem Harz, seine Festigkeit. Es zählt daher zu den Zwei-Komponenten-Produkten.

Die dank Zugabe von Füllstoffen hochtransparente Emulsion ist vergleichsweise zähflüssig und findet in der Industrie, im Alltag und in der Kunst ein breites Anwendungsfeld bei der Herstellung von Kunststoffprodukten. Epoxidharz wird im Industriebereich aufgrund seiner Härte oftmals für die Herstellung von Gussböden verwendet. Dipon stellt Epoxidharze für den Hobby-Bereich her, die sich beispielsweise zur Kreation von Tischplatten (River Tables), Schmuck oder Lampen eignen.

Um sie für bestimmte Verwendungszwecke zu optimieren, werden Epoxidharze durch Zugabe von Stoffen verdickt oder verdünnt, mit UV-Stabilisatoren angereichert und/oder ihre Entlüftung gegen Blasenbildung verbessert. Zudem arbeiten Epoxidharz-Hersteller an der Entwicklung von zunehmend schadstofffreieren Produkten, die keine ihrer positiven Eigenschaften einbüssen. Dank dieser Optimierungen hat das Kunstharz in den letzten Jahren auch den Do-it-yourself-Markt erobert. 

Polyurethan (PU) – das schützende Oberflächenharz

Polyurethanharz, auch als PU-Harz bekannt, ist ein synthetisches Polymer, das aus der Reaktion von Polyisocyanaten und Polyolen hergestellt wird. Polyurethane können je nach Wahl des Polyisocyanats und des Polyols unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.

Das Kunstharz ist als Zwei- oder Ein-Komponenten-Produkt erhältlich und ist je nach Zusammensetzung für seine hervorragende Abrieb-, Kratz-, Schlag- und Chemikalienbeständigkeit sowie seine hohe Elastizität und Härte bekannt.

Polyurethanharz wird oft für Beschichtungen verwendet, da es sich dank seiner Dünnflüssigkeit leicht mit Rollen und Pinseln auftragen lässt und aufgrund seiner Eigenschaften hervorragend zur Versiegelung eignet. Vor allem im Gewerbe- und Industriebereich sorgt die PU-Beschichtung für einen hygienischen Untergrund, der Ablagerungen verhindert und Schimmelbefall minimiert. Polyurethan wird zudem bevorzugt für Gussböden im privaten Bereich eingesetzt, da diese elastischer und weicher als Epoxidharzböden sind.

Polyurethan ist ein äusserst vielseitig einsetzbarer Kunststoff, der sich zum Beispiel auch in Kleidern, Möbeln und Autos wiederfindet und zur einfachen Herstellung von Schaumstoffen genutzt wird.

Was ist besser? Epoxidharz oder Polyurethanharz (PU-Harz)? 

Beide Produktgruppen haben ihre Einsatzgebiete und ihre Vor- und Nachteile. Tendenziell wird Epoxidharz aufgrund seiner Eigenschaften und seiner Transparenz eher als Giessharz und Polyurethanharz eher als Top-Coat zur schützenden Versiegelung oder als Isolationsmaterial genutzt. Im Do-it-yourself-Bereich ist Epoxidharz aufgrund massgeschneiderter Optimierungen weit verbreitet, während Polyurethanharz im industriellen und gewerblichen Bereich starke Verwendung findet. Aufgrund von Weiterentwicklungen und der Zugabe von Stoffen, die auf unterschiedlichste Verwendungszwecke ausgerichtet sind, nähern sich die Eigenschaften von Epoxidharzen und Polyurethanharzen jedoch zunehmend an.

Vorteile Epoxidharz: hoch transparent und vergleichsweise dickflüssig, daher geeignet zum Giessen von Kreativobjekten mit Zugabe von Farb- und Effektpigmenten; beständig und kratzfest; Bakterien können auf der harten und glatten Oberfläche schlecht haften.
Nachteile Epoxidharz: Meist nicht beständig gegen Chemikalien und Säuren. Inhaltsstoffe können bei der Verarbeitung grösserer Mengen Allergien auslösen.

Vorteile Polyurethan: eher dünnflüssig, daher leicht als Versiegelung aufzutragen (auch vertikal); starke mechanische Schutzeigenschaften und beständig gegen Chemikalien und Säuren; elastisch, haftet gut auf Beton, Stein, Holz.
Nachteile Polyurethan: schnell aushärtend, was bei längeren Arbeitsprozessen ein Nachteil sein kann; eher milchig; die enthaltenen Isocyanate stehen im Verdacht ohne Schutzmassnahmen wie das Tragen einer geeigneten Atemschutzmaske während der Verarbeitung Krebs verursachen zu können.

Fazit – Verwendungszweck massgebend

Epoxidharze werden oft als Giessharze für hohe Schichten eingesetzt, PU-Harze werden eher für Versiegelungen und zur Isolationen verwendet. Optimierte Produkte wie die Epoxidharze von DIPON eignen sich hervorragend für den Do-it-yourself-Bereich. Deshalb hängt der Entscheid, ob ein Epoxidharz oder ein PU-Harz verwendet werden soll stark vom Verwendungszweck und den spezifischen Eigenschaften eines Produktes ab.

Momentan wird zudem sehr viel geforscht, wie schädliche Isocyanate, BPA oder Lösemittel in Polyurethanharzen minimiert werden können. Im Epoxidharz-Bereich arbeiten die Hersteller ebenfalls an der Reduzierung von reizenden Inhaltsstoffen wie Lösemittel. Optimierungsprozesse wie diese können in Zukunft zu einer zunehmenden Angleichung von Epoxidharz- und Polyurethanharz-Produkten führen.

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